„DIE DEMOKRATIE IST WEIBLICH“ – INTERVIEW MIT SEBASTIAN KRUMBIEGEL TEIL 1

Die nächsten Tage, bis zur #ltw19, stellen wir Sebastian Krumbiegel und Schwarwel Fragen zur Entstehung des Songs und Musikvideos „Die Demokratie ist weiblich“.
Beide Künstler geben uns aus ihrer Sicht Einblick in die Produktion, über die Entstehung und wie sie sich für die Stärkung unserer Demokratie einsetzen.

Wir wünschen euch viel Spaß beim Lesen.

wbh: Wie, wann und zu welchem Zeitpunkt bist du auf die Idee zu deinem #ddiw-Text gekommen?

Die Grundidee hatte eigentlich mein Vater, und das ist schon ein paar Jahre her. „Junge, schreib doch mal ein Lied über die Demokratie“. Ich sagte damals, dass das ein viel zu sperriges Thema ist, um daraus einen Popsong zu machen, aber irgendwann kam dann die Idee mit dem WEIBLICH-Wortspiel. So etwas kannst du nicht erzwingen, und ich bin sowieso nicht der Typ, der Lieder am Reißbrett entwirft. Ich denke, dass Songwriting auch etwas sehr Egoistisches ist. Ich selbst muss es gut finden, muss Fan sein von dem, was ich mache. Wenn ich darauf schiele, was anderen gefallen könnte, dann besteht die Gefahr, dass es – im sprichwörtlichen Sinne – gefällig wird. Ich glaube, die Leute habe ein gutes Gespür dafür, ob du „real“ bist, ob es authentisch ist, was du machst, oder ob du in eine Rolle schlüpfst. Ich kann da natürlich nur von mir selbst sprechen – andere sollen das so machen, wie es für sie funktioniert. Ich hab mal gelesen, dass Leonard Cohen jahrelang an „Hallelujah“ rumgeschraubt hat – und das ist einer der genialsten Songs, die ich kenne. Paul McCartney hat sein „Yesterday“ geträumt und dann sofort in kürzester Zeit geschrieben. Wie gesagt, es gibt da sicher verschiedene Wahrheiten. Ich bin, um auf die Frage zurückzukommen, auf jeden Fall froh, dass ich – bewusst oder unbewusst – auf den Rat meines Vaters gehört habe. Das sollte man wohl wirklich tun, solange es geht …

wbh: Wie verlief dein eigener persönlicher innerer und künstlerischer Weg bis zu deinem fertigen Text?
Ganz konkret nur der Zeitpunkt, bis du diesen Text/deinen Song für dich zu Papier gebracht hast.

Wenn die Idee gut ist, dann geht es bei mir eigentlich immer sehr schnell, dann fließt es fast automatisch raus. Ich nehme die Ideen immer mit meinem Handy auf, deswegen weiß ich auch noch sehr genau, dass dieses Lied am 30. Oktober letzten Jahres entstand. Das lustige daran ist, dass an diesem Abend Flo, der spätere Produzent des Liedes, den ich zu diesem Zeitpunkt noch gar nicht kannte, in Ilses Erika, meinem Lieblingsclub in Leipzig, gespielt hat. Eigentlich wollte ich, da hingehen, weil wir ihn mit seiner Band zum LEIPZIG ZEIGT COURAGE-Festival einladen wollten. Dann hab ich aber doch lieber selbst Musik gemacht, und rückblickend könnte man jetzt voll esoterisch sagen: Ein Zeichen – ein Zeichen – haha … Die Grundidee, der Refrain und die erste Strophe waren plötzlich da, und dann hab ich am nächsten Tag weitergemacht und eine Woche später war es fertig. Mein Freund Bernd Begemann sagte mal: „Lieder wollen geschrieben werden, sie kommen zu dir.“ und ich glaube, da ist was wahres dran. Wenn du dich tagelang mit einer Idee rumschlägst, dann ist sie scheinbar nicht wirklich gut. Die besten Lieder entstehen – jedenfalls bei mir – in kurzer Zeit. Es ist immer wieder ein kleines Wunder, wenn dann auf einmal ein fertiges Lied da ist, und das schönste ist, wenn du selbst es am nächsten Tag immer noch gut findest – und das allerschönste, wenn du nicht der Einzige bleibst, dem es so geht 😉

„Die Demokratie ist weiblich“ auf YouTube: https://www.youtube.com/watch?v=cNtpOfSKSg4&feature=youtu.be&app=desktop&fbclid=IwAR1PExOyDVbAhsCE_onDsK55m8uP3rwTYXbRhNzceFeY0i7HCq3DEdnwwZ8

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